Ouro Preto – Barockarchitektur im tropischen Hochland Brasiliens

Ouro Preto

Da ich von der portugiesischen und spanischen Kolonialarchitektur so fasziniert bin, stattete ich im Jahre 2017 der Kolonialstadt Paraty zwischen Rio de Janeiro und São Paulo einen Besuch ab. Wenn ich jedoch dieses koloniale Kleinod wie Paraty kennenlerne, so dachte ich mir, dann wird es auch Zeit, die koloniale Kleinstadt Ouro Preto im Hochland des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais zu bestaunen. Und das gab es zu Hauf an diesem Ort, dessen Altstadt seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Kleiner geschichtlicher Rückblick über Ouro Preto

Die Stadt bekam diesen Namen durch die in der Vergangenheit gefunden reichen Goldvorkommen in dieser Region. Der Name heißt auch auf Deutsch übersetzt „Schwarzes Gold“. Ende des 17. Jahrhunderts wurde von einem Abenteurer aus São Paulo eine ergiebige Goldader in den Bergen von Minas Gerais, die einige Jahrzehnte zuvor der Legende nach schon entdeckt, jedoch nie mehr gefunden wurden. Somit beschloss der Abenteurer aus São Paulo mit dem Namen Antônio Dias de Oliveira sich niederzulassen und seine Familie nachzuholen. Dies sprach sich schnell herum und so nahm die Besiedlung dieser Region seinen Lauf.

Doch die Zuwanderung aus den verschiedensten Regionen war nicht frei von Spannungen. Während Zuwanderer aus São Paulo ihr eigenes Verwaltungssystem aufziehen wollten, wehrten sich Zuwanderer aus anderen Regionen, was zu einem bewaffneten Konflikt führte. In diesem „Guerra dos Emboabas“ gewannen die Fremdzuwanderer aus Portugal, Bahia und Pernambuco die Oberhand. Unmittelbar nach diesem Konflikt festigten sich die einzelnen Goldgräbersiedlungen zu einem urbanen Konglomerat zusammen, dass Vila Rica de Albuquerque genannt wurde. Im Jahre 1823 wurde diese Stadt in seinen heutigen Namen Ouro Preto umbenannt.

Ouro Preto

Sehenswertes in der Stadt des schwarzen Goldes

Dem Reichtum der Goldgräberzeit verdankt die Stadt Ouro Preto die barocken Bauten, insbesondere der zahlreichen Kirchen. Die bunten Hausfassaden laden in jedem Fall zum Flanieren ein. Allerdings ist gute Kondition bei der Besichtigung dieses Kleinods von Vorteil. Aufgrund der hügeligen Lage geht es während der Erkundung ständig auf und ab. Die Wege an sich sind nicht weit, können jedoch anstrengend werden. Ich hatte meine Unterkunft am Rande eines Hügels. Bis zum zentralen Platz „Praça Tiradentes“ war es nicht weit. Jedoch ging es direkt den Hügel steil hinauf, so dass der Weg einem länger vorkommt und somit zum kleinen Abenteuer wird.

Auf dem Weg passierte ich die „Feira de Artesanato“, einen kleinen Handwerkermarkt, auf dem die Händler regionale Waren aus Stein und Ton präsentieren. Dieser befindet sich direkt vor der barocken Kirche „Igreja de São Francisco de Assis“, die dem Namen nach dem heiligen Franz von Assisi gewidmet ist. Weiter die Straße hoch erreicht man den „Praça Tiradentes“. Von dort aus lassen sich viele barocke Kirchen gut erreichen, darunter die „Igreja Nossa Senhora do Carmo“ in unmittelbarer Nähe des Platzes gelegen.

Von der Lage her am markantesten fand ich die Kirche „Igreja São Francisco de Paula“ die auf einem der höchsten Hügel der Stadt liegt und während der Kolonialzeit als letzte im Jahre 1898 fertiggestellt wurde. Diese Kirche ist am besten über eine große Treppe zu erreichen, von der man zur Kirche ehrfürchtig hinaufblickt. Dort angekommen hat man zudem noch ein fantastisches Panorama über Ouro Preto. Mir kam jedoch die Ankunft auf diesem Plateau, auf dem die Kirche steht, wie der Zorn Gottes vor. Die Kirche auf den anstrengenden Stufen immer mächtiger werdend, verdunkelte der Himmel sich während des kraftraubenden Marsches immer mehr. Das Gotteshaus diente mir anschließend als Unterschlupf vor Blitz und Donner.

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Weitere Sehenswürdigkeiten

Ouro Preto besitzt noch weitere interessante Kirchen, als da wären:

  • „Igreja Santa Efigênia“ für Freunde sakraler Kunst
  • „Igreja Matriz Nossa Senhora do Pilar“ mit brasilianischer Barockkunst
  • „Matriz de Nossa Senhora da Conceiçao de Antônio Dias“ mit dem „Museu do Aleijadinho
  • „Igreja de Nossa Senhora do Rosário” mit Baukunst der Kirchen in Bayern und Österreich erinnernd und
  • „Igreja Nossa Senhora das Mercês e Perdões“

Über die ganze Stadt verteilt gibt es neben der Kolonialarchitektur auch viele Souvenirläden, in denen Handwerks- und Töpferkunst angeboten wird. Auffällig war in diesen Geschäften auch die zahlreichen buddhistischen Statuen als Verkaufsware. Ein Besuch lohnt sich auch in einer der Goldminen. Ich war zu Besuch in der Goldmine „Mine Jeje“, wo auch eine Führung angeboten wird. Hier bekommt man die Abbauchmethoden und die schwierigen Arbeitsbedingungen zu Gesicht.

DSC_2776

Anreise und Klima

Die Anreise ist von jeder brasilianischen Großstadt, insbesondere von den beiden Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo, bequem mit dem Bus zu erreichen. Von Rio de Janeiro benötigt man lediglich sechs bis sieben Stunden. Am nächsten liegt Belo Horizonte, die Hauptstadt des Bundesstaats Minas Gerais, wo sich auch der am nächsten gelegene Flughafen befindet. Bis Belo Horizonte sind es lediglich zwei Stunden Fahrt bei einer Entfernung von ca. 100 Kilometern.

Das Klima in Ouro Preto ist für brasilianische Verhältnisse recht kühl mit einer Durchschnittstemperatur von ca. 17 Grad, da die Stadt mit 1 179 m über NN recht hoch liegt. Von daher empfiehlt es sich nachts einen dünnen Pullover mitzunehmen. Die Regenzeit spielt sich hauptsächlich in den Sommermonaten von Oktober bis März ab.

Ouro Preto

Weitere Empfehlungen

Ein Geheimtipp ist der „Passo da Flagelação“, der mit vielen kolonialen Reihenhäusern gesäumt ist. Über diesen Weg kann man auch die Kirche „Igreja São Francisco de Paula“ auf dem Hügel erreichen.

Auch hier lohnt sich die Anwendung des brasilianischen Portugiesisch. Wer davon Gebrauch machen möchte und schnell die wichtigsten Wörter lernen möchte, ist bei diesem Sprachcrashkurs bestens bedient. Wer jedoch tiefer gehen möchte, der nutzt am besten die Intensivsprachkurse von Sprachenlernen24. Eine Investition auf diesem Gebiet lohnt sich wirklich und ist preiswerter als jeder VHS-Kurs.

Somit wünsche ich Euch viel Spaß beim Lernen und Reisen, denn was gibt es schöneres als Lernen beim Reisen und Reisen beim Lernen?

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Valparaíso – die bunte Stadt Chiles am Pazifik

Valparaiso 2

Als ich im Juni 2015 Valparaíso besuchte, kam in mir ein Gefühl auf, dass diese Stadt etwas besonderes ist. Mein Gefühl belog mich nicht. Den was ich in dieser Stadt, gebaut auf mehreren Hügeln, zu sehen bekam war atemberaubend. Erst einmal war das Klima im Winter noch recht angenehm. Zweitens jedoch faszinierten mich die verschiedenartigen bunten Häuser an den Hängen der Stadt. Aus meiner Sicht ein Muss für jeden Chilebesucher. Aber immer schön der Reihe nach. Was macht die Stadt, die auf eine Vielzahl von sogenannten „cerros“ erbaut ist so einzigartig?

Historisches über Valparaíso kurz zusammengefasst

Die Stadt wurde 1544 durch den italienischen Seefahrer und Conquistador in spanischen Diensten, Juan Bautista Pastene, gegründet. Dies geschah acht Jahre nachdem der Spanier Juan de Saavedra die Bucht, in der Valparaíso liegt, entdeckt hatte. Anfangs nur ein unbedeutendes Fischerdorf, das oft von Piratenüberfällen heimgesucht wurde, entwickelte Valparaíso sich im Laufe der Zeit zum bedeutensten Industriehafen im südlichen Pazifik. Valparaíso war nämlich für viele Schiffe der erste Hafen, nachdem Kap Horn umsegelt wurde. Geschuldet war dies dem Beschluss des chilenischen Kongresses im Jahre 1811 den Hafen von Valparaíso für den weltweiten Handel freizugeben. Er stieg ebenso zum zweitwichtigsten Hafen an der Westküste Gesamtamerikas nach San Francisco auf. Später nach Eröffnung des Panamakanals verlor Valparaíso als Hafenstadt mehr und mehr an Bedeutung. Erwähnenswert ist noch, dass der unrühmliche Putsch von General Augusto Pinochet gegen die Regierung Salvador Allendes im Hafen von Valparaíso seinen Anfang nahm.

Schnell Spanisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Südamerikanisches mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Aktivitäten in Valparaíso

Was diese Stadt wirklich ausmacht sind seine stets farbig gestalteten Häuser der Altstadt. Aufgrund dessen ist die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Dabei sind die Fassaden der Häuser künstlerisch sehr verschiedenartig gestaltet worden. Allein dafür lohnt es sich, diese Stadt zu besuchen. Ich kam aus dem Fotografieren gar nicht mehr raus und mir glühte der Fotofinger. Eine weitere Besonderheit ist, dass man die Stadt mit den bekannten Zahnradaufzügen befahren kann. Dies ist der Lage der Stadt auf mehreren Hügeln zu verdanken, was nicht bedeutet, dass die Stadt nicht auch zu Fuß erkundet werden kann.

Die Aussicht von den Hügeln aus auf den Pazifik ist ebenso sehr imposant und spitzenmäßig. Ohne diese Gemälde an den Häuserwänden und die Aufzüge wäre Valparaíso wahrscheinlich nur eine gewöhnliche Hafenstadt, wo man ansonsten eher wenig zu sehen bekommt. Wer allerdings in Valparaíso Strände sucht, wird eher enttäuscht werden. Dafür könnt ihr den kurzen Weg zum Badeort Viña del Mar auf Euch nehmen, der nur ca. 10 Kilometer entfernt liegt.

Valparaiso 3

Kulinarisches

Was sich kulinarisch gesehen in Valparaíso wirklich lohnt, ist ein Gang zum Markt am Hafen. Dort werden nicht nur verschiedene Souvenirs in Geschäften feilgeboten, sondern es gibt auch eine Vielzahl Lebensmittelmärkten, in denen kleinere Restaurants und Gaststätten untergebracht sind. Die Preise dort sind sehr moderat. Es lohnt sich, eine Kazuela zu sich zu nehmen. Dies ist eine typisch chilenische Gemüse- und Fleischsuppe in verschiedenartigen Variationen. Sie zu probieren ist aus meiner Sicht ein Muss, wenn man in Valparaíso ist. Das gilt natürlich auch für ganz Chile. In den Lebensmittelmärkten gibt es auch jede Menge Stände, wo man sogenannte Empanadas essen kann, die auch eine gern gesehene Delikatesse im Nachbarland Argentinien sind. Da verweise ich auf den Artikel über die argentinische Stadt Córdoba.

Valparaiso

Anreise

Von Santiago de Chile aus fahren mehrmals am Tag Busse nach Valparaíso. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden. Wenn ihr also die Zelte in Santiago de Chile aufgeschlagen habt, lohnt ein Tagesausflug dorthin. Habe ich ebenso gemacht. Von jedem Busbahnhof Santiagos ist Valparaíso erreichbar. Das gilt natürlich auch für den Rest des Landes.

Über Valparaíso gibt es meiner Ansicht nach wenig zu schreiben. Man sollte es viel mehr erleben und spüren. Valparaíso lebt mehr von Eindrücken und Bildern. Die Streetart an den Häusern und die dazugehörigen Aufzüge sind einzigartig. Also wenn ihr in Santiago de Chile seid, macht einen Abstecher nach Valparaíso, wobei ein Tagesausflug schon ausreicht. Es lohnt sich wirklich!

Schnell Spanisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Südamerikanisches mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Die Region Córdoba – Impressionen aus einer wundervollen Region

Region Córdoba

Die Region Córdoba in der gleichnamigen Provinz ist ein sehr beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel insbesondere für die „porteños“, die Bewohner der Hauptstadt Buenos Aires, und für viele Brasilianer. Auch viele „cordobeses“ verirren sich gerne für ein Wochenende in die Provinz, besonders in den von der Stadt aus nahegelegenen „Sierras de Córdoba“.

Diese „Sierras de Córdoba“ sind ein Gebirgskamm westlich von Córdoba und gehören zu den Pampinen Sierren. Während sie bei Südamerikanern recht beliebt sind, werden sie von Europäern und Nordamerikanern aufgrund der nahe gelegenen Anden häufig übergangen. Dabei haben die „Sierras de Córdoba“ einige erholsame Orte sowie viele Sport- und Wandermöglichkeiten zu bieten.

Die besten Jahreszeiten dafür sind Herbst und Frühjahr, wenn die Touristenmassen sich entweder schon verflüchtigt haben oder noch nicht eingetroffen sind. Besuchenswert sind die Städtchen La Falda oder La Cumbre. In Alta Gracia, südlich von Córdoba, kann man erneut die Hinterlassenschaften der Jesuiten wiederfinden und in Villa General Belgrano findet man viele Spuren deutscher Einwanderer. Absolutes Highlight ist der „Parque Nacional Quebrada del Condorito“. Die höchste Erhebung in den „Sierras“ ist übrigens der „Cerro Champaquí“ mit 2790 Metern. Folgend nun ein Überblick über die wichtigsten Orte der Region.

Stausee Villa Carlos Paz

Lago San Roque

Villa Carlos Paz

Am Ufer des Stausees „Lago San Roque“ liegt Villa Carlos Paz, ein Ort der im Sommer von sehr vielen Urlaubern aus der Hauptstadt Buenos Aires bevölkert wird. Vergleichbar ist dieser Ort mit Mar del Plata, einem Touristenort an der Atlantikküste. Villa Carlos Paz ist lediglich eine kleinere Ausgabe davon. Diese Stadt wird von etwa zwei Millionen Touristen jährlich besucht. Ein großer Anziehungspunkt für vorwiegend junge Leute ist das Nachtleben mit mehreren Discotheken, Theatern und Casinos.

Außer der höchsten Erhebung am Rande der Stadt, dem „Cerro La Cruz“, gibt es dort nicht viel zu sehen. Der Berg ist mit einem Sessellift besteigbar und ist etwa 950 Meter hoch. Im Sommer gibt es diverse Veranstaltungen wie Konzerte oder Festivals aller Art. Das größte Ereignis ist die Ralley-Weltmeisterschaft und findet im Mai oder Juni, also nicht im argentinischen Sommer, statt.

Cosquín

26 Kilometer nördlich von Carlos Paz liegt Cosquín. Dort finden drei bekannte Festivals jeweils einmal im Jahr statt. Das ist zum einen dem „Festival Nacional del Folklore“, ein nationales Folkloremusikfest, dass immer in der letzten Januarwoche gefeiert wird und neun Tage dauert. Ein anderes Festival ist eher rockiger Natur und nennt sich „Cosquín-Rock“, an dem viele nationale und internationale Hard- oder Punkrock-Bands spielen. „Cosquín-Rock“ ist in etwa mit „Rock am Ring“ vergleichbar und findet an einem Wochenende im Februar statt. Es ist das größte Open-Air-Rockfestival Argentiniens.

Ein drittes Festival findet einige Tage später ebenfalls im Februar statt, das „Cosquín-Cuarteto“. Es ist ebenfalls das größte Festival seiner Art landesweit. Im Sommer wird Cosquín, ähnlich wie in Carlos Paz, von Touristen bevölkert, während es Rest des Jahres völlig ruhig ist. Östlich der Stadt liegt der 1260 Meter hohe „Cerro Pan de Azúcar“, in dem man einen schönen Blick auf die benachbarten Sierren und bei gutem Wetter sogar auf die Stadt Córdoba hat.

La Falda

Fährt man von Cosquín über die RN 38 (Nationalstraße) etwa 20 Kilometer nordwärts, so kommt man in den Luftkurort La Falda im „Valle de Punilla“ am Fuße der „Sierras Chicas“. Das bekannteste Bauwerk dieses Ortes ist das historisch prunkvolle aber längst geschlossene Hotel Eden, das schon Spuren äußeren Verfalls aufweist. Es wurde 1897 erbaut und beherbergte sämtliche argentinische Präsidenten und andere illustre Gäste wie Albert Einstein.

Von La Falda aus führt ein beliebter Wanderweg in ungefähr zwei Stunden auf den Gipfel des „Cerro La Banderita“, der etwa 1350 Meter hoch ist. La Falda, früher ein Kurort für wohlhabende Argentinier, zieht heute hauptsächlich entweder Wandertouristen an oder Besucher aus Córdoba, die der Hektik der Großstadt entfliehen wollen.

Luftkurort La Cumbre

Luftkurort La Cumbre

La Cumbre

Weitere 18 Kilometer nördlich von La Falda liegt auf ca. 1141 Meter mit La Cumbre ein weiterer Luftkurort, der ebenfalls zum Wandern und zur Erholung einlädt. Der Ort hat aufgrund seiner hohen und ungeschützten Lage ein raues Bergklima mit gemäßigten Temperaturen im Sommer und kalten Wintern, zeitweise mit Schnee. Weltberühmt ist La Cumbre für das Gleitschirmfliegen und war im Jahre 1999 Austragungsort der Weltmeisterschaften im Paragliding. La Cumbre gilt als das Mekka der Gleitschirmflieger und zieht Anhänger dieser Sportart magisch an.

Außerdem hat der Ort ein wahres Künstlerflair. Interessant für Kunstinteressierte ist der „Camino de los Artesanos“. Entlang dieser Straße wird in unzähligen Häusern entweder selbst gemachte Kleinkunst oder kulinarisches aus eigener Rezeptur verkauft. Ein klein wenig Rio de Janeiro findet man in La Cumbre auch. Östlich der Stadt steht auf einem 300 Meter hohem Hügel der „Cristo Redentor“, eine sieben Meter hohe Christusstatue, von wo man einen wunderschönen Fernblick genießen kann.

Jesús María

Für einen Tagesausflug empfiehlt sich der Ort Jesús María, etwa 48 Kilometer nördlich von Córdoba gelegen. Hier liegt eine der schönsten „Estancias“ der Provinz, die von Jesuiten erbaut wurde. Dies geschah im Jahr 1618. Kirche und Kloster dieser „Estancia“ liegen auf einem wunderschönen Gelände und bilden zusammen das „Museo Jesuítico Nacional de Jesús María“. Ausgestellt sind dort archäologische Gegenstände von indigenen Völkern aus ganz Argentinien und informative Karten über den Verlauf der Missionsbewegung.

Am ersten Januarwochenende findet in Jesús María die alljährliche „Fiesta Nacional de Doma y Folklore“ statt, in der zehn Tage lang Reitkunst und Gebräuche der Gauchos gefeiert werden. Eine sehenswerte „Estancia“ aus Jesuitenhand, die auch auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerben steht, ist die „Estancia Santa Catalina“ und liegt ca. 20 Kilometer nordwestlich von Jesús María. Die gesamte „Estancia“ ist ein kleines Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die „Estancia Santa Catalina“ ist die einzige Weltkulturerbe-“Estancia“, die in Privatbesitz ist. Sie gilt als eine der schönste „Estancias“ der Region.

Kirche in Alta Gracia

Iglesia Parroquial Nuestra Señora de la Merced

Alta Gracia

Ebenfalls sehr empfehlenswert für einen Tagesausflug ist die 35 Kilometer südwestlich von Córdoba gelegene koloniale Bergstadt Alta Gracia. Genau wie in Jesús María findet man auch hier eine der zahlreichen Jesuiten-“Estancias“. Das auffälligste Gebäude dieser „Estancia“ ist die „Iglesia Parroquial Nuestra Señora de la Merced“. Direkt südlich davon liegen die kolonialen Werkstätten der Jesuiten, die sich „El Obraje“ nennen. Heute befindet sich in diesen Räumlichkeiten eine öffentliche Schule.

Neben der Kirche steht das „Museo Histórico Nacional del Virrey Liniers“, benannt nach dem früheren Vizekönig des Vizekönigreichs des Río de la Plata. Im 17. Jahrhundert errichteten die Jesuiten einige Dämme, die sich „Tajamar“ nennen. Dies waren von Jesuiten geplante und angelegte Bewässerungssysteme.

Lohnenswert ist auch ein Besuch des „Museo Casa de Ernesto Ché Guevara“. In dem Haus der „Villa Beatriz“, wo das Museum untergebracht ist, wohnte der kleine Ernesto Guevara mit seiner Familie in den 1930er-Jahren. Wegen des Asthmaleidens Ernesto Guevaras, der damals noch nicht „Ché“ gerufen wurde, zog die Familie aufgrund des Ratschlags des Arztes in diese Gegend, weil sie ein trockenes Klima hat. In den Inneräumen des Museums wird Ché Guevaras Lebenslauf durch Fotos und Videos dokumentiert. Einige Objekte aus seiner Jugendzeit sind ebenso dort ausgestellt.

Schnell Spanisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Südamerikanisches mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Villa General Belgrano

Etwa drei Autostunden von Córdoba entfernt liegt der Erholungsort Villa General Belgrano. Er unterscheidet sich gänzlich von anderen Orten in der Provinz Córdoba. Seine Gründerväter waren die Überlebenden des deutschen Kriegsschiffs Admiral Graf Spee. Der Kapitän dieses Schiffes hatte es wegen schwerer Beschädigungen im Dezember 1939 im Hafen von Montevideo selbst versenkt. Die Besatzung selber war daraufhin in dieser Gegend um den Ort interniert.

Dies ist der Grund, warum diese Ortschaft sehr deutsch anmutet. Seit 1964 wird hier das alljährliche „Fiesta Nacional de la Cerveza“ gefeiert, ein eigenes Oktoberfest also. Die Gastronomie erinnert ebenfalls an die deutschen Vorfahren dieses Ortes. Schwarzwälder Kirchtorte, Gulasch oder deutsches Bier sind hier nicht schwer zu finden.

La Cumbrecita

Um La Cumbrecita handelt es sich um ein ruhiges Dorf am Hang oberhalb des „Valle de Calamuchita“, dass komplett autofrei ist und nur etwa 600 Einwohner hat. Befestigte Straßen sucht man hier vergeblich. Der Hauptgrund für einen Besuch in La Cumbrecita sind die vielen Wandermöglichkeiten.

Der „Cerro La Cumbricita“ ist mit 1400 Meter der höchstgelegenste Punkt des Ortes und ist in ca. 20 Minuten erreichbar. Der höchste Berg der Region um den Ort ist der „Cerro Wank“ mit 1715 Metern, der in etwa 40 Minuten auf einem Wanderpfad erreichbar ist. Lohnenswert ist auch ein Gang zum „La Cascada“, einem Wasserfall am Berghang.

Parque Nacional Quebrado del Condorito in Argentinien

Andenkondor im Parque Nacional Quebrada del Condorito

Parque Nacional Quebrada del Condorito

Absolut empfehlenswert ist eine Tageswandertour durch den „Parque Nacional Quebrada del Condorito“. Es ist ein ca. 37 000 Hektar großes Naturschutzgebiet, dass sich durch die „Sierras Grandes“ zieht. Dieses mit Felsen durchzogene Weideland und liegt auf dem Weg von Córdoba nach Mina Clavero. Die Besonderheit dieses Nationalparks ist, dass man sämtliche Jungkondore beim Flug beobachten kann.

Parque Nacional Quebrado del Condorito in Argentinien

Parque Nacional Quebrado del Condorito

Parque Nacional Quebrado del Condorito in Argentinien

Parque Nacional Quebrado del Condorito

In den zahlreichen Schluchten befinden sich nämlich die Brutgebiete dieser Andenkondore. Die Wanderung durch den Nationalpark beginnt ab der Ortschaft La Pampilla, wo der Eingang des Parkes ist, und zieht sich neun Kilometer weit bis zu den Klippen des „Balcón Norte“, wo man einen besonders guten Blick auf die Flugbahnen der Kondore hat. Die Wanderung selbst dauert mehrere Stunden und führt über viele Hänge, Felsen und Schluchten. Man sollte dafür einen ganzen Tag einplanen.

Wie kommt man jedoch von Córdoba aus dorthin? Ganz einfach: man nimmt einen Bus nach Mina Clavero und auf Nachfrage halten die Busse am Parkeingang in der Nähe von La Pampilla. Für den Rückweg nach Córdoba oder die Weiterfahrt nach Mina Clavero muss man die Busse vom Straßenrand aus anhalten.

Mina Clavero

Diese Kleinstadt, etwa 170 Kilometer südwestlich von Córdoba gelegen, ist ein ebenso bei Argentiniern sehr beliebter Fremdenverkehrsort. Die idyllische Berglandschaft rund um Mina Clavero lädt zum Wandern ein, hat aber auch sehr viele Wasserfälle, kristallklare Flüsse und viele Naturpools zu bieten. Wanderfreunde sowie Wasserratten kommen hier voll auf ihrer Kosten.

Besonders im Sommer sind die Naturpools zum baden sehr beliebt. Diese sogenannten „Balnearios“ liegen außerhalb der Stadt auf den Wanderwegen im Gebirge. Besonders der Naturpool „Los Elefantes“ ragt wegen den benachbarten elefantenförmigen Felsformationen heraus. Besucht wird Mina Clavero von vielen „Cordobeses“ (Einwohner von Córdoba) und „Porteños“ (Einwohner von Buenos Aires) zur Erholung von der Hektik ihrer jeweiligen Großstadt. Im Frühjahr und Herbst ist es dort sehr ruhig, während der Sommer, wie an vielen anderen Orten der „Sierra“, Hauptreisezeit ist.

Badeort Cuesta Blanca in Argentinien

Badeort Cuesta Blanca

Cuesta Blanca und Icho Cruz

Zum Schluss möchte ich noch auf zwei beliebte Flussbadeplätze in der Nähe von Villa Carlos Paz aufmerksam machen: Cuesta Blanca und Icho Cruz am kleinen Fluss „Río San José“ gelegen. Von den Bewohnern der Stadt Córdoba werden diese beiden Orte zum sonn- oder feiertäglichen Baden und Erfrischen regelmäßig heimgesucht. Von sämtlichen Busbahnhöfen in Córdoba gelangt man mit Kleinbusses dorthin. Die Fahrt dauert ca. eine Stunde und ist ideal für Leute, die keine allzu weiten Strecken zum Baden von Córdoba aus fahren wollen.

Schlussbemerkungen für die Region Córdoba

Die Bewohner der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires behaupten bekanntlich oft, dass Argentinien Buenos Aires und der Rest des Landes sei. Die meisten Touristen zieht es auch hauptsächlich in diese tolle kosmopolitische Stadt bzw. ist erster Anlaufpunkt einer Argentinienreise. Aber Argentinien ist definitiv nicht nur Buenos Aires.

Die Region Córdoba mit der Stadt Córdoba als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und ihren „Sierras de Córdoba“ haben so viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bieten, dass diese Region es verdient, ausführlicher erwähnt und beschrieben zu werden. Für jeden Geschmack und jede Leidenschaft haben die Stadt und ihre Region etwas zu bieten und lohnen in jedem Fall einen längeren Aufenthalt.

Wer einmal dort war, lernt diese Region lieben und kehrt immer wieder dorthin zurück. So geht es mir jedenfalls. Mit diesem doch sehr umfangreichem Bericht, so glaube ich, ist es mir gelungen, Córdoba über die sogenannte „Schmach von Córdoba“ hinaus bekannter zu machen.

Schnell Spanisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Südamerikanisches mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Córdoba – Kulturelle Höhepunkte in Argentiniens zweitgrößter Stadt

Cordoba

Vielen Deutschen und Österreichern ist diese Stadt, im mittleren Norden Argentiniens gelegen, noch von der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 geläufig, als die deutsche Nationalmannschaft gegen Österreich die „Schmach von Córdoba“ erlebte. Damals mussten sie mit einer 2:3-Niederlage gegen die Alpenrepublik im Gepäck schon frühzeitig die Heimreise aus dem Turnier antreten, wobei Hans Krankl den entscheidenden Treffer für die schon ausgeschiedenen Österreicher erzielte.

Allerdings verbinden die meisten Deutschen und Österreicher nur dieses einschneidende Sportereignis mit dieser Stadt. Dabei hat Córdoba und seine Region doch weitaus mehr zu bieten. Für die Menschen, die Córdoba nur mit der „Schmach von Córdoba“ (Deutschland) oder mit dem „Wunder von Córdoba“ (Österreich) in Verbindung bringen können, möchte ich diese Stadt mit samt ihrer Region in diesem zweiteiligen Bericht nun näher bringen.

Manche Leser werden sich vielleicht fragen, warum ausgerechnet diese Stadt in Argentinien, die, wie viele andere argentinische Städte, weit im Schatten der Hauptstadt Buenos Aires steht? Nun, weil ich Córdoba und seine Region sowie die Menschen dort durch meinen fünfmonatigen Studienaufenthalt kennen und lieben gelernt habe.

Córdoba

Kathedrale von Córdoba

Die Gelehrte“ oder „Stadt der Glocken“ – Kultur und Sehenswürdigkeiten innerhalb des Stadtgebiets

Der vollständige Name dieser zentralargentinischen Stadt lautet „Córdoba de la Nueva Andalucía“ (Córdoba von Neu-Andalusien), da sie nach der Stadt Córdoba im spanischen Andalusien abgeleitet und benannt ist. Aufgrund ihrer zahlreichen Universitäten und anderen Lehranstalten wird Córdoba im Volksmund „La Docta“ (Die Gelehrte) oder wegen der vielen Kirchen auch „Ciudad de las Campanas“ (Stadt der Glocken) genannt.

Die Bewohner der gleichnamigen Provinz nennen sie „La Capital“ (Hauptstadt). Córdoba ist, wie viele andere Städte in Lateinamerika, bekannt für seine Kolonialbauten, insbesondere der Gotteshäuser. Die meisten dieser Bauten befinden sich im Dunstkreis des zentralen Platzes der Stadt, den „Plaza San Martín“. Er ist benannt nach dem südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer.

Eine große Besonderheit aus stadtplanerischer Sicht rückt den „Plaza San Martín“ im wahrsten Sinne des Wortes ins Zentrum: von der Höhe der Nordwestecke an werden alle Hausnummern dieser Stadt aufwärts gezählt, was gleichbedeutend ist mit der Änderung der Straßennamen. In der Praxis sieht es dann so aus, dass eine Straße, die sich im Westen der Stadt „Avenida Colón“ nennt, sich ab dem benannten Punkt in die „Avenida Emilio Olmos“ verwandelt. In Nord-Süd-Richtung benennt sich beispielsweise die „Avenida General Paz“ in die „Avenida Vélez Sarsfield“ um. Aus dieser Beschreibung heraus ergibt sich, dass die meisten Häuserblocks in der Innenstadt parallel im Schachbrettmuster angeordnet sind, was für argentinische Städte oft typisch ist.

Cordoba

Plaza San Martín

Córdobas bedeutenste Kirchen

Am „Plaza San Martín“ selbst steht die im Jahre 1782 erbaute Kathedrale von Córdoba. Außer dem Kolonialstil hat diese Kirche die Besonderheit, dass deren Inneres bedeutende indianische Schnitzereien enthält und 1914 vom Künstler Emilio Carraffa neu gestaltet wurde. Nicht weit vom „Plaza San Martín“ weg steht das Kloster der „Unbeschuhten Karmelittinen“ mit der „Iglesia Santa Teresa“. Die gesamte Klosteranlage ist ein rosafarbener Bau im barocken Kolonialstil. Die Kirche als ältester Teil der Anlage wurde 1717 erbaut.

Geht man vom „Plaza San Martín“ ca. 100 m in südliche Richtung, so stößt man auf die „Manzana de los Jesuitas“ (Block der Jesuiten), auch ein kolonialer Gebäudekomplex. Dieser enthält neben dem Rektorat der Universität von Córdoba, der Kapelle der Jesuitenresidenz, dem Konvent Santa Teresa sowie dem „Colegio Convictorio de Nuestra Señora de Montserrat“ die älteste noch erhaltene Kirche Argentiniens, die „Iglesia Compañia de Jesús“.

An dem Gebäudekomplex der „Manzana de los Jesuitas“, genauso wie an den „Estancias“ rund um Córdoba, merkt man, dass die Jesuiten in dieser Stadt und in der Region ihre Spuren hinterlassen haben. Die „Manzana de los Jesuitas“ wurde im Jahre 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Im Stadtviertel „Nueva Córdoba“ befindet sich die im neugotischen Stil von Kapuzinern erbaute „Iglesia Sagrado Corazón“. Ein weiteres Gotteshaus der Neugotik ist die „Iglesia Inmaculada Concepción de María“, die im Stadtteil Alta Córdoba, nördlich des Stadtzentrums, ansässig ist.

Córdoba

La Cañada

Sehenswerte öffentliche Gebäude

Beginnen wir im schon erwähnten Viertel „Nueva Córdoba“, einem Viertel, dass zum großen Teil von Studenten bewohnt ist und ein reges Nachtleben hat. Dort befindet sich nämlich die „Universidad Nacional der Córdoba“. Sie ist mit ca. 115 000 Studierenden nach der Universität von Buenos Aires die zweitgrößte und älteste Argentiniens sowie eines der ältesten Universitäten Lateinamerikas. Auch sie wurde von Jesuiten im Jahre 1613 gegründet. Die Universität besitzt 13 Fakultäten. Die bedeutensten sind Philosophie, Rechtswissenschaften, Sprachwissenschaften, Geisteswissenschaften und Medizin.

Im selben Stadtviertel wie die Universität gibt es mit dem „Palacio Ferreyra“ ein sehenswertes Schloss zu entdecken. Es liegt in der Nähe des „Plaza España“, ein kreisrunder, verkehrsreicher Platz, gestaltet im rationalistischem Stil. Ein neokolonialer Gebäudekomplex, den man aus Sicht der einheimischen Bevölkerung besucht haben sollte, ist der „Paseo de los Artes“. Er wurde ursprünglich im Jahre 1890 als Sozialwohnungskomplex erbaut und beherbergt heute Antiquitätenläden, Kunstgalerien und einen ausgedehnten Kunsthandwerkermarkt. Man sagt, dass wer den „Paseo de los Artes“ nicht kennengelernt hat, Córdoba nicht wirklich kennt. Die Gegend liegt im Viertel „Barrio Güemes“ und wird auch oft von den „cordobeses“ (Einwohner Córdobas) das „San Telmo Córdobas“ genannt. „San Telmo“ ist ein bekannter Stadtteil der Hauptstadt Buenos Aires, der ebenso viele Antiquitätenläden und Kunsthandwerkermärkte zu bieten hat. Der „Paseo de los Artes“ ist vor allem Sonntags sehr belebt.

Für Besucher sehenswert ist auch das Regierungsviertel um den künstlich kanalisierten Kleinfluss „La Cañada“, wo die Provinzregierung seinen Sitz hat. Dabei ragt vor allem der Justizpalast heraus, ein im Jahre 1936 errichteter neoklassizistischer Monumentalbau. Vor dem Justizpalast erstreckt sich der „Paseo Sobremonte“, ein im Jahre 1785 angelegter und 1957 restaurierter Platz mit Springbrunnen in etwas vertiefter Lage.

Kehren wir noch einmal zum „Plaza San Martín“ zurück. Dort steht direkt rechts neben der Kathedrale der „Cabildo“, ein historisches Ratsgebäude kolonialem Stils. Es in der langen Zeit zwischen den Jahren 1610 und 1784 errichtet wurde. Heute ist dort ein Museum untergebracht.

Schnell Spanisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Südamerikanisches mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Parks und Grünanlagen

Der beliebteste Park Córdobas bei den Einheimischen, noch dazu in zentraler Lage, ist der „Parque Sarmiento“, östlich des Studentenviertels „Nueva Córdoba“. Er grenzt auch unmittelbar an den ebenfalls parkähnlich angelegten Campus der Universität, der „Ciudad Universitaria“. Der „Parque Sarmiento“ beinhaltet auf sechs Quadratkilometer Sportanlagen, einen Rosengarten, einen zoologischen Garten und einen Vergnügungspark mit einem künstlichem See. Ein beliebter Treffpunkt vor allem an Wochenenden und Feiertagen.

Nördlich des Stadtzentrums am „Río Suquía“ gelegen erstreckt sich der „Parque Las Heras“. Direkt am Park lag meine Wohnung, die fünf Monate lang mein zu Hause war. Im Verlauf des Flusses nach Westen und Osten hin sind die Ufer ebenso teilweise parkähnlich gestaltet. Direkt im Anschluss östlich des „Río Suquía“ befindet sich ein weiterer Park, nämlich der „Parque General Paz“ im gleichnamigen Stadtteil. Dort steht auch das Industriemuseum der Stadt.

Die flächenmäßig größte Parkfläche befindet sich ganz im Westen der Stadt. Er liegt ein paar Kilometer außerhalb des Stadtzentrums und heißt Parque San Martín“. Er wird auch „Parque Oeste“ (Westpark) genannt und ist nicht zu verwechseln mit der „Plaza San Martín“ im Stadtzentrum. Auf ungefähr 15 Quadratkilometer ist er der größte und naturbelassenste Park Córdobas, wobei ein Großteil des Parks unter Naturschutz steht. Außerdem gibt es dort einen Campingplatz, ein Messegelände, eine Nachtlebenmeile mit mehreren Großraumdiscotheken, das Zentrum für moderne Kunst „Chateau Carreras“ und zu guter Letzt das bekannte Fußballstadion „Estadio Mario Alberto Kempes“. In diesem Stadtion erlitt die deutsche Nationalmannschaft 1978 die schon eingangs erwähnte „Schmach von Córdoba“.

Daran schließt sich auch der Botanische Garten an, der in unmittelbarer Nähe des „Río Suquía“ liegt. Zwei kleine benachbarte Parks in Hanglage mit schöner Aussicht auf die Stadt liegen im Nordwesten Córdobas, der „Parque de las Naciones“ und der „Parque Autóctono“.

Nachtleben in Córdoba

Córdoba ist bekannt für ein pulsierendes Nachtleben. Empfehlenswert ist dabei die „Calle Rondeau“ im Stadtteil „Nueva Córdoba“, die besonders bei Studenten sehr beliebt ist. Rund um diese Straße gibt es eine Fülle von Bars, Kneipen und Discotheken. Dort wandert man am besten von einer Bar in die andere. Allerdings ist die Auswahl dort nicht mehr so riesig wie noch vor zehn Jahren, da im Zuge der Wirtschaftskrise viele Bars schließen mussten. Das rege Treiben hat seit ein paar Jahren ebenfalls dadurch nachgelassen.

In „Nueva Córdoba“ gibt es auch außerhalb der „Calle Rondeau“ noch einige andere Bars und Nachtclubs. Diese findet man im Übrigen auch im Stadtteil „Alta Córdoba“, nördlich des Stadtzentrums. Die mir bekannteste Discothek dort ist das „Rivadavia“. Wer mehr nach Großraumdiscotheken sucht, fährt am besten in die schon erwähnte Nachtlebenmeile in der Nähe des „Estadio Mario Alberto Kempes“. Dort reihen sich mehrere große Nachtclubs aneinander. Zwei Tipps für Großraumdiscotheken in der Nähe des Stadtzentrum ist das „But Mitre“, direkt am „ La Cañada“ gelegen. Nicht weit davon weg gibt es das „Cuernavaca“, auch sehr beliebt bei der einheimischen Mittelschicht. Die restlichen Bars und Discotheken verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet.

Persönliche Geheimtipps fürs Nachtleben

Ein persönlicher Geheimtipp ist die „Fiesta Bubamara“, eine Tanzveranstaltung mit eher folkloristischer Musik. Die Stimmung dort ist extrem ausgelassen und es wird getanzt bis zur Extase. Sie findet in der Regel im Saal „Art Deco“ in der „Calle Humberto Primo“ statt. Unweit davon sind die Bars entlang des „Río Suquía“ nördlich des Stadtzentrums in der Nähe des „Parque Las Heras“. Dort wird hauptsächlich die einheimische Musikart des „Cuarteto“ gespielt, die als Stimmungsmusik gilt und zumeist bei den Unterschichten sehr beliebt ist. Das Betreten dieser Bars ist allerdings nicht ganz ungefährlich. In der Vergangenheit erhielt man dort des öfteren Einblicke in Córdobas Unterwelt. Viele einheimische Freunde aus der Mittelschicht rieten mir den Besuch ab. Ich wagte dennoch fast jedes Wochenende auf dem Heimweg dieses Experiment. Stimmungsvoll, interessant und authentisch ist es jedoch allemal.

Jedoch auch hat hier, genau wie in der „Calle Rondeau“, ein großes Barschließen um sich gegriffen und es ist heute weitaus leerer geworden. Desweiteren gilt seit ein paar Jahren eine Sperrstunde in der gesamten Stadt ab fünf Uhr morgens, was für argentinische Verhältnisse relativ früh ist. Grund war die zunehmende Gewalt alkoholisierter Jugendlicher in den letzten Jahren. Aus diesem Grund sind in der Partyszene der Stadt die sogenannten „Afters“ entstanden. Es sind illegale Partys, die versteckt in privatem Ambiente stattfinden und rege Besucher anziehen. Hin und wieder werden sie jedoch entdeckt und polizeilich aufgelöst.

Empanadas

Empanadas

Beliebteste Gerichte Córdobas

Einige Einblicke in die Gastronomie Córdobas dürfen auch nicht fehlen. Auffallend ist die für argentinische Städte vergleichsweise große Anzahl von arabischen Restaurants, da nicht wenige „cordobeses“ arabisch-libanesische Vorfahren haben. Dies schlägt sich auch in der für Einheimische beliebte Delikatesse nieder, den „Empanadas“. Dies sind kleine gefüllte Teigtaschen. Dabei sind die „Empanadas Árabes“ hervorzuheben, die in ihrer etwas größeren Dreiecksform sehr eigen sind. Sie haben eine Füllung aus Hackfleisch, Zwiebeln und Zitronensaft. Andere „Empanadas“ sind „Empanadas de carne“ (Rindfleischfüllung), „Empanadas de pollo“ (Hühnerfleischfüllung), „Empanadas de jamón y queso“ (Schinken- und Käsefüllung) und mit anderen Füllungen wie Thunfisch, Zwiebeln, Spinat oder Mais.

Außer den „Empanadas“ sind natürlich Pizzen sehr beliebt, da sehr viele Argentinier italienische Vorfahren haben. Highlight aber sind die sogenannten „Asados“ (Grills) in denen verschiedenste Sorten argentinischen Rindfleischs aufgetischt werden. Restaurants dieser Art sind über die ganze Stadt verstreut, wie in allen Städten Argentiniens. Sehr oft wird ein „Asado“ aber auch privat mit Freunden oder Familie veranstaltet. Der Fokus liegt hierbei selbstverständlich auf der Vielfalt verschiedener Rindfleischsorten, wobei auch verschiedene Salate gerne als Beilage dienen. Eins ist jedoch sonnenklar, egal ob privat oder in einem Restaurant: von einem „Asado“ geht man immer mit gefülltem Magen nach Hause.

Mate Tee

Mate mit Trinkgefäß

Nationalgetränk Mate

Als Getränk nimmt man auch in Córdoba das argentinische Nationalgetränk schlechthin zu sich: den Mate. Dieser ist ein Aufgussgetränk, dass in dafür vorgesehenen Trinkgefäßen konsumiert wird. Dieses Gefäß nennt sich „Mate“, genau wie das Getränk an sich. Die klein gehackten Blätter des Mate-Strauchs werden „yerba“ genannt und sind in jedem Supermarkt erhältlich. Diese kommen in das Mate-Gefäß, in dem sich auch ein Trinkhalm (Bombilla) aus Metall oder Edelstahl mit einem Sieb am unteren Ende befindet. Schließlich wird heiß gekochtes Wasser über das „yerba“-Kraut gegossen und man trinkt das mit dem Kraut angereicherte heiße Wasser.

Das Sieb am unteren Ende des Trinkhalms verhindert das Schlucken des „yerba“-Krautes. Geschmacklich und von der Wirkung her ist das Mate-Getränk in etwa mit Kaffee vergleichbar: es hat einen leicht bitteren Geschmack und macht in der Regel munter. Mit gewissen Süßstoffen kann man den Geschmack aber zu mehr Süße hin variieren. Mate trinken ist in Argentinien immer ein gewisses Ritual, denn man trinkt es zumeist in Gesellschaft. Dabei trinken alle Anwesenden aus der selben Kalebasse und dem selben Trinkhalm. Aus Sicht der Einheimischen erzeugt dies ein Gemeinschaftsgefühl. Getrunken werden kann es überall: bei der Arbeit, im Geschäft, zu Hause, im Park und sogar beim Warten an der Bushaltestelle. Der Mate wird allerdings nicht nur in Argentinien getrunken. Auch in Paraguay, Uruguay und im Süden Brasiliens (chimarrão) wird er in verschiedenen Variationen konsumiert.

Ein weiterer Getränketipp ist der in Córdoba sehr gerne getrunkene „Fernet con Coca“, ein Mischgetränk aus dem italienischen Magenbitter „Fernet Branca“ und Cola. Sollte man probiert haben, obwohl es nicht mein Lieblingsgetränk ist. Es hat auch einen leicht bitteren Geschmack und einen ziemlich hohen Alkoholgehalt. Ein zu intensiver Konsum davon verursacht am Morgen danach starke Kopfschmerzen. Ich persönlich ziehe das Bier von Quilmes (bekannteste argentinische Biermarke) und den Mate vor.

Weitere Tipps

Noch ein Tipp: um mit Einheimischen in Kontakt zu treten empfehle ich auch die Sprache zu lernen. Auf den Seiten Super-Sprachkurse (intensives Lernen mit Langzeitgedächtnismethode) und Spanisch für Reisende (für Kurzentschlossene) gibt es die für jedermann zugeschnittenen Sprachkurse. Nun beende ich den ersten Teil der Serie über Córdoba. Der zweite Teil wird über die sehenswertesten Orte in der Provinz gehen.

Schnell Spanisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Südamerikanisches mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Brasília – Die futuristische Hauptstadt am Reisbrett

Brasília

Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer, der zusammen mit dem Stadtplaner Lúcio Costa Brasília entwarf, brachte die Beschreibung dieser außergewöhnlichen Stadt auf den Punkt: „Sie können diese Stadt mögen oder nicht, aber Sie können nicht behaupten, so etwas schon einmal gesehen zu haben“. Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin, der als erster Mensch in den Weltraum flog, staunte bei einem Besuch über Brasília, dass es ihm vorkomme wie auf einem anderen Planeten. Zugegeben, Brasília ist nicht die erste Adresse für Brasilienurlauber. Für die Sehenswürdigkeiten, die es aus meiner Sicht in sich haben, braucht man nur einen Tag. Die extravagante futuristische Architektur jedoch macht diese Stadt, die schon seit 1987 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe steht, für den Besucher einzigartig.

Der alte Traum von der Hauptstadt im Inneren des Landes

Obwohl Brasília erst 1960 nach nur vierjähriger Bauzeit fertiggestellt und eingeweiht wurde, geht die Idee, die Hauptstadt Brasiliens von der Küste ins Landesinnere zu verlegen auf das Jahr 1789 zurück. Demnach sollte der künftige Regierungssitz von Rio de Janeiro nach São João del Rei im Bundesstaat Minas Gerais, knapp 200 km südlich von Belo Horizonte, verlegt werden. Der Name „Brasília“ tauchte erstmals im Jahre 1823 auf, als der brasilianische Mineraloge und Staatsmann José Bonifácio de Andrade e Silva diesen Namen für die künftige neue Hauptstadt vorschlug. 1877 machte der Historiker und Diplomat Francisco Adolfo de Varnhagen den fast exakten Standort auf einer zentralen Hochebene in ca. 1 100 m Höhe aus, wo Brasília heute liegt.

1891 wurde das Vorhaben, im Landesinneren die neue Hauptstadt zu bauen, gesetzlich verankert, worauf die Grundsteinlegung am 7. September 1922 in der Nähe der Stadt Planaltina folgte. Die Anordnung zum weiteren Ausbau der Stadt erteilte der Präsident Getúlio Vargas. Die Umsetzung des Projektes „Brasília“ erfolgte ab dem 22. Oktober 1956 unter dem Präsidenten Juscelino Kubitschek. Die Bauzeit dauerte, wie schon erwähnt, knapp vier Jahre, an dem bis zu 30 000 Arbeiter aus allen Landesteilen Brasiliens beteiligt waren. Die Einweihung Brasílias fand am 21. April 1960 statt. Die drei Verantwortlichen, die Brasília ihren Stempel aufdrückten waren der Stadtplaner Lúcio Costa, der Landschaftsarchitekt Burle Marx und der Architekt Oscar Niemeyer.

Vor allem Oscar Niemeyer hat die Stadt die außergewöhnliche Architektur der öffentlichen Gebäude zu verdanken. Er verfolgte damit die persönliche Idee, eine Stadt für alle Brasilianer entstehen zu lassen. Der Titel des UNESCO-Weltkulturerbes, den Brasília 1987 verliehen bekam, ist nicht nur der futuristischen Architektur Niemeyers geschuldet. Sie ist auch die erste und einzige Hauptstadt der Welt ist, die im 20. Jahrhundert entstand.

Kathedrale von Brasília mit Nationalkongress und Ministerien im Hintergrund

Kathedrale mit Nationalkongress und Ministerien im Hintergrund

Mehr Paradies für Architekten, weniger für  Erholungssuchende und Nachtschwärmer

Eines vorweg: Wer in Brasília das tropische Urlaubsparadies sucht, wird auf jeden Fall enttäuscht werden, obwohl dies auch im Auge des Betrachters liegt. Für Reisende, die sich für moderne Architektur interessieren, Architektur studieren oder von Beruf Architekten sind, ist diese Stadt ein absolutes Muss. Allein aber auch der Grundriss der „Innenstadt“ birgt eine absolute Kuriosität: er sieht von oben gesehen aus wie ein Flugzeug und ist symmetrisch angelegt. Er wird auch „Plano Piloto“ genannt, als Synonym für den zentralen Teil Brasílias. Die „Flügel“ stellen die so genannten „Superquadras“, getragen von der Nord-Süd-Achse „Eixo Rodoviária“, dar. Diese bestehen hauptsächlich aus Wohnhaussiedlungen, beinhalten aber auch Geschäfte und Restaurants.

Ein Nachtleben findet nur im begrenzten Maße statt: die Anzahl der Bars und Diskotheken ist limitiert, zu dem liegen sie auch ziemlich weit auseinander. Brasília ist nicht unbedingt ein Mekka für Partylöwen und Nachtschwärmer.

Einen Gang durch die Hauptstadt aus der Retorte

Trotzdem ist der „Plano Piloto“ der interessanteste Teil der Stadt, denn dort liegen nahezu alle Bauwerke, die Brasília ausmachen. Zwischen den beiden „Flügeln“, welche die Superquadras repräsentieren, verläuft die Monumentalachse (Eixo Monumental), auch Ost-West-Achse genannt. Diese verläuft vom nationalen Busbahnhof (Estação Rodoferroviária) über das Mausoleum Juscelino Kubitscheks (Memorial JK) am Fernsehturm Brasília (Torre de Televisão) vorbei bis zum Platz der drei Gewalten (Praça dos Três Poderes). Unmittelbar davor ist auch der Nationalkongress mit Parlament und Senat (Congresso National) positioniert. Der Streckenabschnitt vom Fernsehturm bis zum Platz der drei Gewalten ist zu Fuß begehbar, allerdings auch 2-3 km lang. Die gesamte Monumentalachse hat hingegen eine Gesamtlänge von ca. 5-6 km. Daher empfiehlt es sich, öffentliche Verkehrsmittel wie Busse zu benutzen.

Ich persönlich hatte bei den drei Malen, in denen ich die Stadt besuchte, einen Bekannten zur Hand, der auch ein Auto besaß. Damit ist man natürlich am besten bedient. Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder Brasília-Reisende dieses Glück hat. Nationalkongress (links Senat, rechts Parlament)

Nationalkongress (Parlament und Senat)

Nationalkongress (links Senat, rechts Parlament)

Memorial JK

Startend vom nationalen Busbahnhof aus in Richtung Nationalkongress und Platz der drei Gewalten, kommt man nach ca. 1 km zum Mausoleum Juscelino Kubitscheks (Memorial JK). Dieses ist eine nationale Gedenkstätte zu Ehren Juscelino Kubitscheks, in dessen Amtszeit der Bau Brasílias fällt. Das Mausoleum ist eines von vielen Gebäuden, die von Oscar Niemeyer entworfen wurden. Auf dem Dach trohnt eine übergroße Statue Kubitscheks (ca. 4,5 m) in einer stilisierten Sichel des Künstlers Honório Peçanha. Direkt daneben steht eine Betonschale als abstrakte künstlerische Form. Im Inneren des Gebäudes befinden sich in einem Sarkophag die sterblichen Überreste des Präsidenten und von Oscar Niemeyer entworfene Ledersitzgruppen. Da das Gebäude keine Fenster hat, ist die einzige natürliche Lichtquelle ein rot gefärbtes Fenstermosaik über dem Sarkophag Kubitscheks.

In unmittelbarer Nähe des Memorial JK liegt das „Memorial dos Povos Indigenas“, in dem Gegenstände von indigenen Ureinwohner ausgestellt sind. Das Gebäude ist auch ein Bauwerks aus der Hand Niemeyers. Auf halben Weg zum Fernsehturm Brasília liegt auch das für die WM 2014 neu gebaute „Estadio Nacional Mané Garrincha“.

Pantheon des Vaterland und der Freiheit mit dem Platz der drei Gewalten

Pantheon des Vaterland und der Freiheit mit dem Platz der drei Gewalten

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Fernsehturm Brasília (Torre de Televisão)

Das mit 224 m höchste Gebäude der brasilianischen Hauptstadt ist für die Übertragung von UKW- und Fernsehfrequenzen in Brasília zuständig. Eine Aussichtsplattform befindet sich auf ca. 75 m Höhe. Der Fernsehturm wurde vom Stadtplaner Lúcio Costa entworfen. Er ist neben dem Nationalkongress eines der Wahrzeichen Brasílias. Zwischen 1965 und 1967 wurde der Turm errichtet und am 9. März 1967 eingeweiht.

Kathedrale von Brasília (Catedral Metropolitana)

Den Auftakt zur „Esplanada dos Ministérios“ bildet die Kathedrale von Brasília, die mit vollständigem Namen „Catedral Metropolitana Nossa Senhora Aparecida“ heißt. Sie wurde ebenfalls von Oscar Niemeyer entworfen. Der aus Beton und Glas bestehende kreisrunde Bau besticht durch seine hyperbolische Form, die durch 16 gleichartige Betonsäulen hervorgerufen wird. Vor der Kathedrale stehen vier überlebensgroße Skulpturen, welche die vier Evangelisten darstellen. Der Bau an sich ist halb in der Erde versenkt. Im Innenraum der Kathedrale schweben im Zentrum der Kuppel drei Engel. Eine Krypta befindet sich auch dort. In dessen Wände sind große Schubladen angebracht für die Särge der sterblichen Überreste künftiger Bischöfe.

Ansonsten ist der Innenraum weitestgehend leer. Das besondere an dieser Kathedrale ist aber neben der Architektur ihre spezielle Akustik. Diese Akustik hat die Kathedrale mit anderen Bauwerken Niemeyers gemein. Sie hat die spezielle Note, dass der Schall vom kreisrunden Betonsockel so gut weitergeleitet wird, dass eine Unterhaltung in Zimmerlautstärke bis auf 25 m Distanz möglich ist. Dies gilt als akustisches Phänomen.

Nicht weit von der Kathedrale weg und ebenso als Auftakt zur „Esplanada dos Ministérios“ steht auf der Straßenseite der Kathedrale das Nationalmuseum (Museu Nacional de Brasília). Schräg gegenüber auf der anderen Seite liegt das Nationaltheater (Teatro Nacional de Brasília). Beide Gebäude stechen auch durch ihre extravagante Form heraus und lohnen einen Besuch. Geht man weiter in Richtung Nationalkongress und Platz der drei Gewalten, sieht man auf beiden Seiten der „Esplanada dos Ministérios“ die parallel angeordneten Gebäude der Ministerien.

Oberstes Bundesgericht

Oberstes Bundesgericht

Nationalkongress (Congresso Nacional)

Kommen wir nun zur Hauptattraktion des Spaziergangs entlang der Monumentalachse, nämlich dem vor dem Platz der drei Gewalten befindlichen Nationalkongress. Für Besucher ist der Eintritt ins Kongressgebäude kostenfrei und man kann sich dort einer Führung gratis anschließen. Wenn man das wohl bekannteste Niemeyer-Gebäude und Wahrzeichen Brasílias von vorne mit Blick in Richtung Platz der drei Gewalten betrachtet, befindet sich rechts auf dem Dach des Gebäudes ein schüsselförmiges Gebilde. Dies stellt das Parlament oder die Abgeordnetenkammer dar. Auf der linken Seite des Daches liegt eine Kuppel, die den Senat (Vertretung der einzelnen Bundesstaaten) repräsentiert. Etwas weiter nach hinten versetzt aber genau in der Mitte zwischen Senat und Parlament stehen zwei „Zwillingstürme“. Darin befinden sich die Büros der Abgeordneten.

Platz der drei Gewalten (Praça dos Trés Poderes) mit Präsidentenpalast (Palácio do Planalto)

Schaut man vom Nationalkongress direkt auf den Platz der drei Gewalten, so schaut man automatisch auf das Pantheon des Vaterlandes und der Freiheit Tancredo Neves (Panteão da Pátria e da Liberdade Tancredo Neves). Dieses Gebäude ist die Widmung für alle Menschen, die sich für das Land Brasilien verdient gemacht haben, unabhängig davon ob Brasilianer oder nicht.

Benannt wurde es nach Tancredo Neves, einem kurz nach der Militärdiktatur gewählten Gouverneur des Bundesstaats Minas Gerais, der jedoch kurz vor seiner Amtseinführung im Jahre 1985 verstarb. Die Einweihung dieses Monuments, ebenso kreiert von Oscar Niemeyer, fand am 7. September 1986 statt. Direkt dahinter ist der Flaggenmast mit Brasiliens Nationalflagge, welche die größte gehisste Flagge der Welt ist. Links des Platzes befindet sich der „Palácio do Planalto“, der offizielle Arbeitsplatz des brasilianischen Staatspräsidenten. Es ist zusammen mit dem Nationalkongress eines der ältesten Gebäude Brasílias. Das hauptsächlich horizontale Gebäude ist vordergründig mit Säulen ausgestattet. Die Säulen haben teils runde und teils gerade Formen. Laut Aussage Niemeyers lassen sie das Bauwerk „leicht wie eine Feder auf den Boden“ landen, was auch seine beabsichtigte Wirkung war.

Mausoleum Juscelino Kubitschek

Mausoleum Juscelino Kubitschek

Auf der gegenüberliegenden Seite des „Palácio do Planalto“ liegt das Gebäude des Obersten Bundesgerichts (Supremo Tribunal Federal). Von der Bauweise ähnelt es außen stark dem „Palácio do Planalto“, nur in etwas kleinerer Form. Auch dieses Bauwerk Niemeyers zählt neben dem Nationalkongress und dem „Palácio do Planalto“ zu den Gründungsbauten Brasílias.

Mein Fazit

Auch wenn der gewöhnliche Brasilienurlauber in der Regel andere Gegenden vorzieht, so hat Brasília im Vergleich zu anderen brasilianischen Städten ein großes Sicherheitsplus. Ich persönlich kann auch sagen, dass Brasília durchaus interessanter sein kann, als es manch einer vermutet und man sich den Charme sowie die Wirkung der Bauwerke Oscar Niemeyers auf sich wirken lassen sollte. Denn man kann laut Niemeyer „nicht behaupten, so etwas schon einmal gesehen zu haben“.

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Zwischen Kopfsteinpflaster und idyllischen Kolonialbauten – Paraty, ein Ort zum Träumen

Irgendwo an der Küste zwischen den beiden größten Metropolen Brasiliens Rio de Janeiro und São Paulo liegt dieser kleine beschauliche und bezaubernde Ort. Ein Ort aus alter Kolonialzeit gesäumt von Kopfsteinpflaster und einstöckigen Kolonialbauten und umgeben von einer herrlichen Inselwelt und bezaubernden Buchten, der ebenso nach einem einheimschen Sumpffisch benannt ist. Das ist Paraty.

Paraty

Die Zeit scheint in Paraty stehen geblieben zu sein…

…und zwar allerorts. Nein, doch nicht allerorts. Ich rede eher von der historischen Altstadt, wo man sich doch in das 17. Jahrhundert hineinversetzt fühlt. Aus dieser Epoche stammen die meisten Bauten der Altstadt. Diese sind wirklich sehr malerisch und absolut zum verlieben. Obwohl die meisten dieser Häuser weiß angestrichen sind, so geben sie sich doch aufgrund der bemalten Tür- und Fensterränder sowie Balkone recht farbenfroh.

Ich war jedenfalls äußerst begeistert als ich dies alles zu Gesicht bekam und mir glühte schon der Fotofinger wie bei Japanern oder Chinesen, wenn sie nach Europa kommen. Hier war echt das Paradies. Die ganze historische Altstadt ist im übrigen verkehrsberuhigt, da die Straßen hauptsächlich aus Kopfsteinpflaster bestehen. Dieses Kopfsteinpflaster wurde seinerzeit von Sklaven verlegt, die man aus Afrika nach Südamerika brachte. Auch heute noch sieht man, abgeshen von Fahrrädern oder kleinen Motorrädern, meist nur Eselskarren durch den Ort ziehen. Das ist für mich noch wahrer Ursprung, der erhalten bleiben sollte.

Im Ortskern selber zieren auch schöne Souvenirläden, kleine Bars und Restaurants das Bild dieses speziellen Kleinods. Als ich diesen wunderbaren Ort besuchte fand abends noch ein kleines Samba-Konzert auf dem zentralen Platz „Praça da Matriz“ vor der beschaulichen Kirche „Nossa Senhora dos Remédios“ statt. Dort traf man auf viele Einheimsche und Touristen. Ich suchte durch meine Sprachkenntnisse des brasilianischen Portugiesisch den Kontakt zu Einheimschen, den man auch leicht findet. Ein wahres Juwel in der historischen Altstadt in der Nähe der Bootskais ist die Kirche „Igreja de Santa Rita de Cássia“. Sie eine wahrlich beschauliche kleine Kirche, erbaut im portugiesischen Kolonialstil. Sie ist auch Wahrzeichen von Paraty. Wenn man von einem der zahlreichen Bootstouren wieder in die Stadt kommt, wartet dieses Kirchen schon von weitem förmlich auf einen, womit wir bei den besonderen Aktivitäten angelangt wären, die dieser Ort zu bieten hat.

Paraty

Ausflüge und Tagestouren

Das Paraty recht klein ist und man bei Besichtigungen in der Stadt selber schnell alles durch hat, empfiehlt sich ein oder mehrere Tagestouren in die Region. Man hat die Möglichkeit ins benachbarte Trinidade mit dem Bus zu fahren, der ca. 40 Minuten bis dorthin braucht. Dort sind vor allem Traumstrände und ein natürlicher Swimming-Pool umringt von Felsen und Natur zu finden. Allerding habe ich diesen Ort ausgelassen.

Was ich unternommen habe war einer der zahlreichen Bootstouren auf die benachbarten Inseln und Buchten, wo ebenfalls wunderbare Traumstrände zu finden sind. Eine Fahrt dorthin kostet um die 60 Reais (ca. 20 €). Es empfiehlt sich, die Touren einen Tag vorher zu buchen. Die meisten Touren starten schon vormittags und kommen nachmittags zurück. Ich hatte das Glück, noch spontan für den Mittag am selben Tag eine dieser Bootstouren ergattern zu könne. Aber, wie gesagt, das war reines Glück. Am besten einen Tag vorher eine solche Tour dingfest machen.

Was man dann zu sehen bekam war traumhaft und aller Ehren wert. Rund um Paraty gibt es nämlich zahlreiche einsame Buchten, die mit Traumstränden aufwarten. Es gibt dort sogar ein paar Riffe, wo man schnorcheln kann und einen herrlichen Blick auf die Unterwasserwelt hat. Die Buchten, die man gut und gerne auch als Fjorde bezeichnen kann, haben drumherum Berge die doch einge hundert Meter hoch und stark bewaldet sind. Auch bei diesen Bootstouren kann man eine ganze Fotosession machen.

Paraty

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Weitere Tipps

Von den beiden großen brasilianischen Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo ist Paraty mit dem Bus gut zu erreichen. Die Busgesellschaft Costa Verde fährt mehrmals täglich von Rio de Janeiro aus in vier Stunden für einen Preis von ungefähr 60-65 Reais (ca. 22-23 €) dorthin. Von São Paulo aus erledigt dies die Gesellschaft Rodaviaria für einen Preis von unter 60 Reais. Tickets kann man an den jeweiligen Busstationen kaufen. Empfohlen ist einen Tag vorher, ist jedoch meist auch am selben Tag möglich.

Der zentrale Busbahnhof von Paraty liegt ca. 1 Kilometer von der historischen Altstadt entfernt. Sämtliche Hotels, Hostels und Pousadas liegen jedoch sehr dicht am Busbahnhof dran, so dass man zu Fuß zu seiner jeweiligen Unterkunft gehen kann. Dabei empfehle ich, eine Pousada zu nehmen. Man hat saubere Zimmer, meistens seine Ruhe und oft einen Pool. Wer mehr Action sucht, ist in den Hostels gut aufgehoben. Sie bieten jedoch weniger Komfort. Eine Unterkunft empfiehlt sich im Voraus zu buchen. In der Hauptsaison von Dezember bis Februar sind die Unterkünfte schnell ausgebucht.

Paraty

Überwindung von Sprachbarrieren

Für Leute, die Kontakt zu den Einheimschen suchen, habe ich einen ganz speziellen Tipp. In Paraty findet laut den Aussagen der Einheimschen jeden Montag Abend ein kleines Samba-Konzert auf dem „Praça da Matriz“ statt. Wer seine Kenntnisse im brasilianischen Portugiesisch anwenden möchte, ist dort zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Man sollte sich natürlich vor Reiseantritt dementsprechend auf http://www.brasilianisch-fuer-reisende.de/ vorbereiten. Dies ist ein Sprachcrashkurs, in dem man innerhalb kürzester Zeit sich die wichtigsten Wörter aneignen kann. Er ist ideal für Kurzentschlossene. Wer weitaus intensiver brasilianisches Portugiesisch lernen möchte, der erwirbt am besten auf der Seite www.super-sprachkurse.de einen Intensivkurs beim Anbieter sprachenlernen24. Ich kann immer nur betonen, jedes Gelernte in die Praxis umzusetzen. Es macht Spaß und man trifft viele neue Bekanntschaften, vielleicht sogar die große Liebe. Wer weiß.

Paraty

In diesem Sinnd wünsche ich, wer diese Stadt besuchen möchte, einen schönen Aufenthalt und vor allen Dingen auch viel Spaß beim Sprachenlernen.

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Capoeira, Samba und Karneval in Brasilien – all das findest du in Salvador da Bahia

Wer wirklich in den Genuss kommen möchte, dass typisch ursprüngliche Brasilien kennenzulernen, kommt um die alte Hauptstadt Salvador da Bahia nicht drum herum. Hier erlebt man vom Menschenschlag her das Brasilien, dass man aus dem Fernsehen kennt. Viele assoziieren Brasilien mit Menschen dunkler Hautfarbe. Im Bundesstaat Bahia und ganz besonders in dessen Hauptstadt Salvador ist der Anteil Schwarzen und Mulatten am größten. Von hier stammt auch der Capoeira, ein von schwarzen Sklaven aus Afrika eingeführter Kampftanz. Auch der Karneval ist in dieser Stadt ein großer Touristenmagnet. Doch bevor wir zu den Sehenswürdigkeiten kommen, etwas über die Geschichte der drittgrößten Stadt Brasiliens.

DSC_0666

Rückblick über die Entstehung der Stadt an der Allerheiligenbucht

Der komplette Name dieser Stadt lautet São Salvador da Bahia de todos os Santos (dt.: Heiliger Erlöser an der Allerheiligenbucht) und geht historisch bedingt auf den Tag der Ankunft der ersten portugiesischen Seefahrer am 1. November 1501 zurück. Mit den dort bekanntesten ansässigen Indianerstämmen der Tupinambás trieben die Portugiesen schon ab diesem Datum Handel an einem bestimmten Ort, der als „Stelle des Patrons“ bezeichnet wurde. Heute steht dort der Leuchtturm „Farol da Barra“. Dem Einfluss der Jesuiten ist es zu verdanken, dass die dort ansässigen Indios von der Sklaverei verschont wurden. Stattdessen verschleppten die Portugiesen schwarze Sklaven aus Afrika, dem Gebiet des heutigen Angola. Bereits 50 Jahre nach der ersten Ankunft portugiesischer Seefahrer lebten schon die ersten afrikanischen Sklaven auf dem heutigen Stadtgebiet. Dies legte den Grundstein für den heute immer noch spürbaren afrikanischen Einfluss dieser Stadt.

DSC_0668

Pelourinho – UNESCO-Weltkulturerbe im historischen Stadtkern

Eines der touristischen Hauptattraktionen von Salvador ist der Pelourinho rund um den „Largo do Pelourinho“. Er gehört zur Oberstadt (port. Cidade Alta) auf dem Hügel von Salvador, dem man mit dem „Elevador Lacerda“, einem hydraulich betriebenen Schnellaufzug in Gebäudeform, bequem von der Unterstadt (port. Cidade Baixa) erreichen kann. Hier befindet sich ebenso der historische Stadtkern, der voller alter Kolonialbauten ist. Der „Largo do Pelourinho“, einst eine Durchgangsstraße für den Sklavenhandel während der Kolonialzeit, ist heute der kulturelle und touristische Mittelpunkt im historischen Stadtkern. Er wurde seit 1990 mit Geldern der UNESCO wieder neu restauriert.

Lange Zeit zuvor bis in die 1980er-Jahre hinein verfiel der Pelourinho und verkam zu einer innenstädtischen Favela, wo die Menschen unter unwürdigsten Bedingungen lebten. Während der Restaurierung wurden viele Häuser neu und bunt verputzt und es siedelten sich wieder Bar, Restaurants, Cafés sowie Kleinkunstmärkte an. Heute ist der „Largo do Pelourinho“ gesäumt von pastelfarbenen und bunten Häuserfassaden sowie gepflasterten engen Gassen, die romantisch anmuten. Ein wirklicher Hingucker, wer sich für historische Stadtkerne im allgemeinen interessiert.

DSC_0694

Rundgang vom „Largo do Pelourinho“ zum Stadtaufzug „Elevador Lacerda“

Wenn man auf dem „Largo do Pelourinho“ frontal auf das blaue Gebäude der „Fundação Casa de Jorge Amado“ schaut, kann man die linke oder rechte Straße an der Gabelung in Richtung Historisches Zentrum auf den „Praça Terreiro de Jesus“ gehen. Dort befinden sich drei herausragende im portugiesischen Kolonialstil erbaute Gotteshäuser. Dies ist zum einen die „Igreja de São Domingos Gusmão“, genau gegenüber liegt die „Catedral Basílica de São Salvador“ und zwischen den beiden ist die „Igreja de São Pedro Clérigos“ angesiedelt. Geht man an der „Catedral Basílica de São Salvador“ links vorbei kommt man direkt zum „Praça Sé“. An beiden Plätzen begegnet man sehr oft tänzelnden Capoeira-Gruppen, Frauen in traditioneller bahianischer Tracht aber auch vielen Bettlern, wo Vorsicht geboten ist.

Vom Praça Sé“ aus ist es auch nicht mehr weit bis zum „Elevador Lacerda“, womit man vom Hügel der Oberstadt in die Unterstadt gelangen kann. Von dem Platz aus, wo der große Aufzug steht, hat man einem wunderbaren Blick nach Westen auf die Meeresbucht. Gegenüber des Aufzugs steht der „Palácio Rio Branco“. Dieser beinhaltet ein historisches Museum. Direkt daneben befindet sich das Rathaus der Stadt.

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Andere wundervolle Orte im historischen Stadtkern

In der historischen Altstadt, in der Nähe des „Largo do Pelourinho“ ein paar hundert Meter vom „Praça Terreiro de Jesus“ gelegen, gibt es mit der Kirche „Ordem Terceira Secular de São Francisco“ ein weiteres sehenswertes Kleinod. Sie hat eine außergewöhnlich geschnörkelte Fassade, was sie aus meiner Sicht von den übrigen Kirchen im historischen Stadtkern abhebt. Überhaupt lohnt es sich durch die engen malerischen Gassen der Altstadt von Salvador, besonders in einer warmen Nacht, zu schlendern.

Trotzdem ist Vorsicht vor Taschendieben und Bettlern geboten. Allzu dunkle und einsame Ecken sollte man meiden. Am besten sich dort aufhalten, wo an einen von zahlreichen Bars viele Menschen anzutreffen sind. Oft gibt es abends auch Veranstaltungen, wo Samba gespielt wird und die Leute auch auf der Straße vor der Bar tanzen. Das macht das wahre Flair der Stadt aus.

DSC_0693

Sprachvorbereitungen

Da ist es natürlich sinnvoll, auch ein paar Wörter oder Sätze brasilianisches Portugiesisch zu können, da ja im Schnitt nur jeder zenhte Brasilianer Englisch spricht. Dafür braucht es gar nicht so viel. Ein paar Sätze wie „Oi, como vai? Todo bem?“ (deutsch: Hallo, wie geht’s? Alles klar?) oder (bei Frauen) „podes me ensinar dançando o Samba?“ (deutsch: Kannst Du mir Sambatanzen beibringen?) können schon reichen. Gute Quellen, um sich brasilianisches Portugiesisch selbst beizubringen findet man auf http://www.brasilianisch-fuer-reisende.de/ oder www.super-sprachkurse.de. Noch ein Tipp für Männer, die auf weibliche Bekanntschaften aus sind. Vorsicht vor zu großen Frauen mit dunklerer Stimme. Da gibt es auch in Salvador nicht wenige. Gut möglich, dass es keine richtigen Frauen sind. Aber oft erkennt man diese sogenannten „Ladyboys“ schon von weitem.

DSC_0722

Weitere interessante Sehenswürdigkeiten

Ein ganz besonderes Kleinod aus der Kolonialzeit stellt die alte Franziskanerkirche „Basílica Nosso Senhor do Bonfim“ dar. Sie ist vom „Elevador Lacerda“ aus mit dem Bus in ca. 30 Minuten erreichbar. Diese Kirche stellt für die katholischen Bewohner Salvadors das wichtigste Glaubenszentrum dar. Die Christusstatue „Nosso Senhor do Bonfim“ kam im Jahre 1745 aus Portugal. Eine Besonderheit sind die großen Sammlungen portugiesischer Blaufliesengemälde, die sogenannten „Azulejos“. Die etwas unbequeme Fahrt mit dem Linienbus dorthin lohnt in jedem Fall.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der Leuchtturm „Farol da Barra“. Er befindet sich an der Südspitze der Halbinsel, auf der die Stadt Salvador liegt. Die Besonderheiten dieses Ortes ergibt sich zum einen aus der Möglichkeit, einen Sonnenuntergang im Meer zu beobachten, was in Brasilien eine absolute Rarität ist. Zum anderen beherbergt es ein nautisches Museum mit Caféteria. Die Strände rund um den Leuchtturm laden darüber hinaus noch zum Baden ein.

Natürlich kann die Bedeutung des „Elevador Lacerda“ nicht hoch genug eingeschätzt werden. In keiner anderen brasilianischen Stadt sind Ober- und Unterstadt mit einem Aufzug verbunden. Die Fahrt kostet nur wenige Centavos und ist gleichzeitig der sicherste Weg, um vom historischen Stadtkern an den Hafen zu gelangen.

DSC_0705

Welche Reiseroute empfiehlt sich, um Salvador da Bahia einzubinden?

Insgesamt lohnt sich ein Besuch von mehreren Tagen in dieser Stadt auf einer Brasilienrundreise. Vorsicht ist jedoch nur vor Taschendieben und erhöhter Kriminalität geboten. Salvador da Bahia kann man gut einbinden in eine Reiseroute von Rio de Janeiro aus nach Norden die Küste entlang, wo man nach Rio Städte wie Vitoria, Porto Seguro und Ilheus passiert. Von Salvador aus könnte man die Küste weiter nördlich nach Recife, Natal, Fortaleza und Jericoacoara fahren. Auf meiner ersten Brasilienreise im Jahre 2005 habe ich es so gemacht, dass ich zuerst in Rio war, danach in Brasília. Von dort aus nahm ich einen Flug nach Salvador. Man kann von Rio de Janeiro oder São Paulo auch direkt dorthin fliegen, wer es denn bequemer mag.

DSC_0683

Einen absoluten Geheimtipp, den ich persönlich jedoch noch nicht besucht habe aber empfehlen kann, ist von Salvador da Bahia aus mit dem Schiff erreichbar. Dies ist der Ort Morro de São Paulo auf der Insel „Ilha de Tinharé“. Die Strände dort gelten als malerisch und paradiesisch, weshalb der Ort ein Touristenmagnet ist. Dieser Ort wird, besonders von Einheimischen, immer empfohlen.

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Ilha Grande – Paradies im Dunstkreis von Rio de Janeiro

Gut 100 Kilometer von Rio entfernt, umgeben von azurblauem Meer, dichtem Regenwald und Traumstränden: Das ist die Ilha Grande in der Nähe von Rio de Janeiro, die sogenannte große Insel. Ein echtes Bade- und Wanderparadies für Brasilienurlauber, die echte Erholung im fantastischem Ambiente suchen. Dies macht dieses Eiland für Besucher so interessant. Diese Insel möchte ich in diesem informativen Artikel näher vorstellen. Eins ist sicher: ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Ilha Grande 1

Wie kommt man am besten dorthin?

Von Rio de Janeiro aus fahren täglich Busse nach Angra dos Reis. Von dort aus kommt man von dem dortigen Yachthafen mit einem kleinen Boot auf die Insel zum Hauptort Vila do Abraão. In diesem Ort befinden sich die meisten Pensionen, die „Posadas“ genannt weden. Von hier aus startet man auch die meisten Ausflüge und kann prima auf Entdeckungsreise gehen.

Ilha Grande 2

Naturschutzreservat Ilha Grande

Zwar ist diese Insel touristisch erschlossen, jedoch noch in weiten Teilen unberührt. Die gesamte Insel ist ein einzigartiges Naturschutzreservat mit zahlreichen Traumstränden. Autos sind auf der Insel verboten. Sie hätten allerdings auch keinen Nutzen, denn befestigte Straßen gibt es auf der Insel nicht, sondern nur Wanderwege. Um vom einen Ort zum anderen zu gelangen eignet sich ein zehn Kilometer langer Wanderweg quer über die Insel, wo man geschlagene sechs Stunden unterwegs wäre. Ein mühsamer Weg, der sich jedoch lohnt. Am Ende vom Weg trifft man auf einsame Strände und verträumte Buchten. Das Meerwasser ist an allen Buchten türkisblau und sehr klar. Ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Im Wasser tummeln sich zahlreiche Fischschwärme in den verschiedensten Farben, Seesterne, Seeigel, Korallen und viele andere Meeresbewohner.

Von der höchsten Erhebung der Insel, dem 982 m hohen Pico do Papagaio, lassen sich auch einige Delphinschwärme beobachten. Wer allerdings auf bequemeren Weg einige Strände erkunden möchte, der nimmt sich ein Boot für umgerechnet ca. 10 €. Es ist allerdings nicht nur die Bequemlichkeit, die eine Bootstour ausmacht. Sie ist grundsätzlich immer ein Vergnügen. Viele Hotels und Pensionen bieten vom Hauptort Vila do Abraão einige ganztägliche Bootstouren zu den schönsten Stränden an. Die Preise sind recht erschwinglich. Je nach Dauer der Tour reichen sie von umgerechnet 10 € bis ca. 30 €.

Ilha Grande 4

Strände und Sehenswürdigkeiten auf der Insel

Auf der offiziellen Karte der Ilha Grande sind 22 Strände verzeichnet. Man sagt sich jedoch, dass es weitaus mehr sind. Hier eine Auflistung der wohl sehenswertesten:

  • Lopes Mendes (berühmtester Strand der Insel)
  • Praia dos Dois Rios
  • Praia do Aventureiros
  • Strände der Enseada das Estrelas
  • Praia do Caxadaço
  • Praia do Bananal

Außer den Stränden, hier noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten

Pico do Papagaio

Auf den Gipfel führt ein Wanderweg, der eine der anstrengensten Pfade der Insel ist. Der Berg ist mit 982 Metern die zweithöchste Erhebung der Insel hinter dem Pico Pedra da Agua mit 1031 Metern.

Gruta do Acaía

Dies ist eine Höhe, in die Meerwasser eindringt und bei Einfall des Sonnenlichts ein einzigartiges Farbenspiel darbietet.

Lagoa Azul

Eine der schönsten Lagunen der Insel mit glasklarem azurblauem Wasser. Perfekt für Taucher und Schnorchler, da man dort eine einzigartige Unterwasserwelt vorfindet.

Farol de Castelhanos

Dieser Leuchtturm ist einer der ältesten, die die brasilianische Küste zu bieten hat. Erbaut wurde dieser im 19. Jahrhundert und im Jahre 1900 fertiggestellt. Er befindet sich im äußersten Osten der Insel.

Ilha Grande 3

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen

Die dunkle Vergangenheit der Insel

Dabei hat diese Trauminsel eine nicht sehr rumreiche Vergangenheit. Einst war sie eine Pirateninsel, ebenso besetzt von vielen europäischen Kolonisten, die sich mit Einheimischen erbitterte Schlachten lieferten. Von 1903 bis 1994 war die Insel durch das berüchtigte Cândido-Mendes-Zuchthaus ein gefürchteter Ort, ganz besonders unter der über 20 Jahre währenden Militärdiktatur. Vor allem politische Gegner wurden hier festgehalten. Aber nicht nur sie. Auf dieser Insel gründete sich das sogenannte Commando Vermelho (CV), eine der größten Organisationen des organisierten Verbrechens, die bis heute den Drogenhandel in den Favelas kontrolliert. Von der Ilha Grande breitete sich das organisierte Verbrechen auf ganz Brasilien aus. Die Zerstörung des Cândido-Mendes-Zuchthauses änderte daran nichts. Heute erinnert fast nichts mehr auf der Insel an diese dunkle Vergangenheit.

Ilha Grande 5

Praktische Tipps

Dieses wunderschöne Eiland hat alles, was ein Traumurlaub bieten kann. Auf der Insel selbst fehlt es den Touristen an nichts. Na gut, an fast nichts! Restaurants, Apotheken und einige Supermärkte sind vorhanden. Was man allerdings vergeblich sucht sind Banken und Bankautomaten. Daher ist es ratsam, genügend Bargeld mitzunehmen. Kreditkarten werden allerdings in fast allen Restaurants akzeptiert. Die Insel an sich ist im Vergleich zu den brasilianischen Großstädten relativ sicher. Es ist jedoch, wie an jedem Ort dieser Welt, vor Diebstahl immer Vorsicht geboten. Langfinger gibt es schließlich überall. Im Großen und Ganzen ist der Aufenthalt auf der Insel aber unproblematisch. Man vergisst aufgrund der überwältigenden Schönheit der Insel nur schnell die Zeit. Man möchte nicht mehr weg von dort.

Ilha Grande 6

Tipps zur Kommunikation mit Einheimischen

Für Sprachbegabte, die des brasilianischen Portugiesisch mächtig sind und dies auch trainieren wollen, habe ich noch einen Tipp. Einfach mit den Einheimischen sprechen und sich auch eben umschauen. Dies habe ich gemacht und stieß dabei auf einen kleinen versteckten Hof irgendwo am Ortsrand von Vila do Abraão. Im Garten stand eine große Statue des Schutzheiligen St. Georg. Da mein Heimatort in Deutschland (Urmitz/Rhein in der Nähe von Koblenz) ebenso den Schutzpatron St. Georg hat, bat ich die Besitzerin des Hauses, ein Foto von St. Georg machen zu dürfen. Das Ergebnis war, daß ich von der Familien, die dieses Haus bewohnt, ein wilkommener Gast war. Sie erfuhren von meinem Heimatort und ich konnte so auch meine Sprachkenntnisse erweitern.

Ansonsten immer auf Einheimische zugehen. Sie wissen es immer zu schätzen, wenn jemand die Sprache des brasilianischen Portugiesisch beherrscht. Ganz besonders wenn man auf der Seite www.brasilianisch-fuer-reisende.de sich den Sprachcrashkurs Brasilianisch zum kleinen Preis runterläd, um die wichtigsten Wörter, Floskeln und Redewendungen schnell zu lernen und sich schnell mit Einheimischen verständigen. Dies ist für die Eiligen, denn es ist ja ein Crashkurs. Wer die Sprache des brasilianischen Portugiesisch allerdings intensiver lernen möchte, der ist als Ergänzung mit den Sprachkursen von Sprachenlernen24 gut beraten und sollte sich auf der Seite http://super-sprachkurse.de/ umschauen. Dies ist ein intensiver Sprachkurs mit Langzeitgedächtnismethode, der es dem Lernenden ermöglicht, in kürzester Zeit die Sprache zu lernen und sich mit den Einheimischen zu verständigen. Kann ich nur empfehlen.

Schnell Brasilianisch lernen?

Lerne die wichtigste Sätze, Vokabeln und Redewendungen auf Brasilianisch

Hier bestellen

Lerne danach intensiv Brasilianisch mit Langzeitgedächtnismethode

Hier bestellen