Ouro Preto – Barockarchitektur im tropischen Hochland Brasiliens

Ouro Preto

Da ich von der portugiesischen und spanischen Kolonialarchitektur so fasziniert bin, stattete ich im Jahre 2017 der Kolonialstadt Paraty zwischen Rio de Janeiro und São Paulo einen Besuch ab. Wenn ich jedoch dieses koloniale Kleinod wie Paraty kennenlerne, so dachte ich mir, dann wird es auch Zeit, die koloniale Kleinstadt Ouro Preto im Hochland des brasilianischen Bundesstaats Minas Gerais zu bestaunen. Und das gab es zu Hauf an diesem Ort, dessen Altstadt seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Kleiner geschichtlicher Rückblick über Ouro Preto

Die Stadt bekam diesen Namen durch die in der Vergangenheit gefunden reichen Goldvorkommen in dieser Region. Der Name heißt auch auf Deutsch übersetzt „Schwarzes Gold“. Ende des 17. Jahrhunderts wurde von einem Abenteurer aus São Paulo eine ergiebige Goldader in den Bergen von Minas Gerais, die einige Jahrzehnte zuvor der Legende nach schon entdeckt, jedoch nie mehr gefunden wurden. Somit beschloss der Abenteurer aus São Paulo mit dem Namen Antônio Dias de Oliveira sich niederzulassen und seine Familie nachzuholen. Dies sprach sich schnell herum und so nahm die Besiedlung dieser Region seinen Lauf.

Doch die Zuwanderung aus den verschiedensten Regionen war nicht frei von Spannungen. Während Zuwanderer aus São Paulo ihr eigenes Verwaltungssystem aufziehen wollten, wehrten sich Zuwanderer aus anderen Regionen, was zu einem bewaffneten Konflikt führte. In diesem „Guerra dos Emboabas“ gewannen die Fremdzuwanderer aus Portugal, Bahia und Pernambuco die Oberhand. Unmittelbar nach diesem Konflikt festigten sich die einzelnen Goldgräbersiedlungen zu einem urbanen Konglomerat zusammen, dass Vila Rica de Albuquerque genannt wurde. Im Jahre 1823 wurde diese Stadt in seinen heutigen Namen Ouro Preto umbenannt.

Ouro Preto

Sehenswertes in der Stadt des schwarzen Goldes

Dem Reichtum der Goldgräberzeit verdankt die Stadt Ouro Preto die barocken Bauten, insbesondere der zahlreichen Kirchen. Die bunten Hausfassaden laden in jedem Fall zum Flanieren ein. Allerdings ist gute Kondition bei der Besichtigung dieses Kleinods von Vorteil. Aufgrund der hügeligen Lage geht es während der Erkundung ständig auf und ab. Die Wege an sich sind nicht weit, können jedoch anstrengend werden. Ich hatte meine Unterkunft am Rande eines Hügels. Bis zum zentralen Platz „Praça Tiradentes“ war es nicht weit. Jedoch ging es direkt den Hügel steil hinauf, so dass der Weg einem länger vorkommt und somit zum kleinen Abenteuer wird.

Auf dem Weg passierte ich die „Feira de Artesanato“, einen kleinen Handwerkermarkt, auf dem die Händler regionale Waren aus Stein und Ton präsentieren. Dieser befindet sich direkt vor der barocken Kirche „Igreja de São Francisco de Assis“, die dem Namen nach dem heiligen Franz von Assisi gewidmet ist. Weiter die Straße hoch erreicht man den „Praça Tiradentes“. Von dort aus lassen sich viele barocke Kirchen gut erreichen, darunter die „Igreja Nossa Senhora do Carmo“ in unmittelbarer Nähe des Platzes gelegen.

Von der Lage her am markantesten fand ich die Kirche „Igreja São Francisco de Paula“ die auf einem der höchsten Hügel der Stadt liegt und während der Kolonialzeit als letzte im Jahre 1898 fertiggestellt wurde. Diese Kirche ist am besten über eine große Treppe zu erreichen, von der man zur Kirche ehrfürchtig hinaufblickt. Dort angekommen hat man zudem noch ein fantastisches Panorama über Ouro Preto. Mir kam jedoch die Ankunft auf diesem Plateau, auf dem die Kirche steht, wie der Zorn Gottes vor. Die Kirche auf den anstrengenden Stufen immer mächtiger werdend, verdunkelte der Himmel sich während des kraftraubenden Marsches immer mehr. Das Gotteshaus diente mir anschließend als Unterschlupf vor Blitz und Donner.

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Weitere Sehenswürdigkeiten

Ouro Preto besitzt noch weitere interessante Kirchen, als da wären:

  • „Igreja Santa Efigênia“ für Freunde sakraler Kunst
  • „Igreja Matriz Nossa Senhora do Pilar“ mit brasilianischer Barockkunst
  • „Matriz de Nossa Senhora da Conceiçao de Antônio Dias“ mit dem „Museu do Aleijadinho
  • „Igreja de Nossa Senhora do Rosário” mit Baukunst der Kirchen in Bayern und Österreich erinnernd und
  • „Igreja Nossa Senhora das Mercês e Perdões“

Über die ganze Stadt verteilt gibt es neben der Kolonialarchitektur auch viele Souvenirläden, in denen Handwerks- und Töpferkunst angeboten wird. Auffällig war in diesen Geschäften auch die zahlreichen buddhistischen Statuen als Verkaufsware. Ein Besuch lohnt sich auch in einer der Goldminen. Ich war zu Besuch in der Goldmine „Mine Jeje“, wo auch eine Führung angeboten wird. Hier bekommt man die Abbauchmethoden und die schwierigen Arbeitsbedingungen zu Gesicht.

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Anreise und Klima

Die Anreise ist von jeder brasilianischen Großstadt, insbesondere von den beiden Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo, bequem mit dem Bus zu erreichen. Von Rio de Janeiro benötigt man lediglich sechs bis sieben Stunden. Am nächsten liegt Belo Horizonte, die Hauptstadt des Bundesstaats Minas Gerais, wo sich auch der am nächsten gelegene Flughafen befindet. Bis Belo Horizonte sind es lediglich zwei Stunden Fahrt bei einer Entfernung von ca. 100 Kilometern.

Das Klima in Ouro Preto ist für brasilianische Verhältnisse recht kühl mit einer Durchschnittstemperatur von ca. 17 Grad, da die Stadt mit 1 179 m über NN recht hoch liegt. Von daher empfiehlt es sich nachts einen dünnen Pullover mitzunehmen. Die Regenzeit spielt sich hauptsächlich in den Sommermonaten von Oktober bis März ab.

Ouro Preto

Weitere Empfehlungen

Ein Geheimtipp ist der „Passo da Flagelação“, der mit vielen kolonialen Reihenhäusern gesäumt ist. Über diesen Weg kann man auch die Kirche „Igreja São Francisco de Paula“ auf dem Hügel erreichen.

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Somit wünsche ich Euch viel Spaß beim Lernen und Reisen, denn was gibt es schöneres als Lernen beim Reisen und Reisen beim Lernen?

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